Persönliche Erfahrungen
Marcella:
Ich persönlich war immer schon fasziniert von veränderten Bewusstseinszuständen. Natürlich gibt es Menschen, die zu diesem Zweck bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich nehmen, welche jedoch Gefahren mit sich bringen und sich oftmals nicht kontrollieren lassen. Glücklicherweise ist dies absolut nicht notwendig, denn alle Zustände lassen sich auch aus eigener Kraft erfahren. So ist sichergestellt, dass man nur Erfahrungen macht, für die man auch wirklich bereit ist und die integriert werden können. Methoden hierfür sind zum Beispiel die Kunst des bewussten Träumens (luzide Träume/Traumyoga), Meditation, aber auch schamanische Trancereisen, wie die rituellen Körperhaltungen.
Ich hatte das Glück, von Anfang an sehr intensive Reisen mit den rituellen Körperhaltungen zu erfahren. Ich erhielt Antworten auf persönliche Fragen, und ihre Reichweite und Bedeutung für mein Leben, die sich mir oft nach Jahren erst erschloss, erstaunt mich sehr!
Genauso faszinierend finde ich es, dass die Haltungen kulturübergreifend funktionieren, und die Erlebnisse oft kollektiv sind. Zum Beispiel sahen bei der sogenannten Bärenhaltung (ohne das wir wussten, welche Haltung wir durchführen!) 4 von 8 Teilnehmern tatsächlich einen Bären. Unsere Schamanin verriet uns vorher nie, welche Haltung wir jeweils durchführen, dennoch passte das von mir Erlebte immer zum ursprünglichen Zweck der Haltung. Beeindruckend!
Hier möchte ich nun eine Reise (in Auszügen) mit dem interessierten Leser teilen.
Rituelle Körperhaltungen Sitzung Nr. 6 - Mexikanische Witzhaltung
"Diese Reise unterschied sich von den anderen insofern, daß sie viel weniger visueller Natur war. Meistens blickte ich nur ins Dunkel. Ich hörte aber ununterbrochen eine Stimme, die sich mit mir unterhielt.
Unmittelbar nach dem Einsetzen des Rasselns hörte ich eine tiefe männliche Stimme (ungeduldig, erwartungsvoll):
Ich war etwas irritiert, weil sich noch keine inneren Bilder eingestellt hatten und erwiderte :
Darauf die Stimme wieder (erwartungsvoll):
Und ich wiederum: Es ist noch zu früh, ich sehe noch gar nichts...
Die Stimme (beleidigt): Na gut, dann bekommmst Du eben keine Antwort auf Deine Fragen...
Ich (rasch): Halt, geh nicht weg! Also gut ... äh... werde ich bald viel Geld verdienen?
Die Stimme (wohlwollend, gütig): Wenn Du die Antwort auf Deine Frage wissen willst, mußt Du in die Mitte Deines Herzens blicken!
Ich blicke in die Mitte meines Herzens. Dort sehe ich eine Goldader. Viele Zwerge oder Wichtel hüpfen fröhlich pfeifend und singend umher. Sie bauen das Gold ab, schmieden es zu Münzen oder herrlichen Schmuck und fahren die Goldmünzen schubkarrenweise durch die Gegend. Ich lache laut auf, nicht nur sind diese kleinen Kerle sehr drollig anzusehen, jetzt fangen sie auch an ein Lied für mich zu dichten:
schenk ihnen Deines Herzens Gold!
Haben sie durch Dich genossen,
kommt das Gold zurückgeflossen!
Als Kontrast dazu erscheint ein trauriger, augenberingter Onkel Dagobert auf seinen Bergen von Gold:
wirst Du schrecklich einsam sein!
Zum Abschluß fast die Stimme für mich die Lehre zusammen:
Geld verdienen zu müssen muß kein Fluch sein, es kann auch die Möglichkeit sein, den eigenen inneren Reichtum zu teilen und dadurch in äußeren Reichtum zu verwandeln und mit den Mitmenschen in Kontakt zu treten.
Nächste Frage: Werden meine Bemühungen zur Entgiftung und Heilung erfolgreich sein?
Die Wichtel schleppen einen Spiegel für mich heran. Darin erblicke ich mich, voller Energie und
strahlend vor Lebensfreude.
Die Stimme: Kannst Du Dir vorstellen, daß das Du bist?
Ich: Ja.
Die Stimme (gönnerhaft): Dann ist es auch möglich!
(Was näher betrachtet eigentlich keine Zusage ist, sondern nicht mehr aussagt, als: alles, was wir uns vorstellen können, kann wahr werden.)
Frage: Werde ich bald mehr Energie haben?
Die Stimme (tadelnd): Du gibst zuviel. Dies ist ein Zeichen von Arroganz. Du nimmst Dich dadurch aus dem kosmischen Gleichgewicht von Geben und Nehmen heraus und verleugnest, daß Du als ein Teil des Ganzen auf die anderen Teile angewiesen bist.
Tauche tief ein in den Tachyonenstrom ... (ich: ? hat er Tachyonen gesagt?) ... in den Lebensstrom...
Hier tauchen nun wieder die Wichtel auf. Sie plantschen im Lebensstrom und dichten fröhlich singend (ich lache).
Diese Wichtel machen mich noch ganz fertig mit ihren dichterischen und sängerischen Fähigkeiten. Fröhlich hüpfen sie immer wieder durch meine Vision und geben ihre Gedichte zum besten. Leider konnte ich mir nicht mal alle Fragen, die ich stellte merken.
(...)
Inzwischen habe ich eine Vielzahl von weiteren Fragen gestellt und langsam geht mir der Stoff aus. Ich fange an absurde Fragen zu stellen:
Ich: Werde ich bis August ein vierstelliges Gehalt haben?
Die Stimme: Glaubst Du wirklich, daß Du bis August ein vierstelliges Gehalt schaffst?
Ich: Nein, eigentlich nicht.
Die Stimme: Da mußt Du schon bis Oktober warten.
Ich: Äh, wieviel ist ein vierstelliges Gehalt?
Die Stimme (tadelnd): Liebes Kind, kannst Du nicht zählen? Vierstellig heißt: zwischen 1000 und 9999.
(...)
Anmerkungen
Die Wichtel und die gönnerhafte Stimme verkündeten mir tatsächlich grundlegende Veränderungen in meinem Leben, die dann auch so eintrafen.
Zum Beispiel lernte ich bald darauf die Tantramassage kennen und sie wurde mir zur Möglichkeit, mein "Gold des Herzens" zu bergen und dadurch das Leben anderer Menschen zu bereichern und mein eigenes! Am meisten musste ich über den Namen meines ersten Massage-Studios, in dem ich arbeitete, schmunzeln: "Aurum", Gold.
Ein vierstelliges Gehalt, was mir damals als mittellose Studentin unvorstellbar schien, war rasch realisiert. Auch vollkommen neue Lebensfreude und Gesundheit stellten sich ein...
Am schönsten aber ist die veränderte Sichtweise, mit der mich die Haltung beschenkte: eben nicht länger "Geld verdienen müssen als notwendiges Übel", sondern als Möglichkeit, den inneren Reichtum zu veräusserlichen.